Monatsarchiv für August 2009

‘Blaze Away’

Bernd Franzen am 29. August 2009

‘Balze Away’ Sinton 1995, GB
‘Pink La Campanella’ x ‘Dancing Flame’

BlazeAway 0229 1

Bei der Suche nach einer schönen roten Fuchsie bin ich über dieses Bild von ‘Blaze Away’ gestolpert. Das Bild ist von 2003, also nicht gerade tagesfrisch. Ein Hänger mit reicher Blüte dessen Einführungsjahr auf Find That Fuchsia mit 1999 angegeben wird. Die Fuchsiengalerie datiert auf 1995. Auf dem Kontinent – aus Sicht der Briten – ist diese Sorte offensichtlich nicht mehr im Angebot. Jedenfalls kennt der Fuchsienfinder der Fuchsiengalerie keine Bezugsquelle. Seinerzeit hatte ich ‘Blaze Away’ aus der Fuchsiengärtnerei Heinke erhalten, die leider nicht mehr existiert.

Nach meinen Aufzeichnungen war ‘Blaze Away’ eine ausgesprochen reichblütige und wüchsige Fuchsie, die aber nicht über den Winter gekommen ist. Trotzdem stelle ich die Pflanze vor, denn die Kreuzungseltern sind hoch interessant. In der Fuchsienliste von Jo Heltzel wird ‘Pink La Campanella’ über zwanzig mal als Samenpflanze von Kreuzungen genannt und ‘Dancing Flame’ war ca. 70 mal Pollenspender für benannte Sorten bei denen die Eltern bekannt sind. Also bewährte Elternsorten, wobei ‘Dancing Flame’ auch Elternpflanze von ‘Rohees Lesath’ ist.

Wenn Fuchsien aus dem Sortiment verschwinden, dann hat das nicht immer rationale Gründe. Es gibt einfach zu viele Sorten. Da entscheidet oft der Zufall mit, was Bestand hat und was nicht. Diese Kreuzung ist jedenfalls wiederholbar, da die Elternsorten weiterhin im Sortiment sind. Vielleicht liest noch mal jemand eine Sorte mit ähnlicher Färbung aus, der ein längeres Verweilen im Sortiment vergönnt ist. Die Blüten sind jedenfalls beeindruckend.

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‘Rohees Lesath’

Bernd Franzen am 28. August 2009

‘Rohees Lesath’, Roes & Heesakkers 2000, NL
[{'Vobeglo' x ('Foline' x 'Dancing Flame')} x 'Bon Accord'] x ‘Rohees Heza’

Rohees-Lesath 12945

Puhh … wenn man sich die Abstammung von ‘Rohees Lesath’ ansieht, könnte man schon fast andächtig werden. Stammbäume werden auf diesem Blog in Zukunft sicher noch eine größere Rolle spielen.

Von einer Sorte in der Ahnenreihe habe ich auf diesem Blog schon ein Bild geliefert, ‘Bon Accord’, die eine oder andere Sorte wird sicher noch folgen. Aber von eben jener ‘Bon Accord’ stammt die aufrechte Präsentation der Blüten.

‘Rohees Lesath’ hat in diesem Jahr ihren Blütenhöhepunkt relativ früh gehabt und war schon am jungen Steckling völlig von Blüten bedeckt. Jetzt, Ende August rüstet sich diese Sorte zu einem zweiten Blütenhöhepunkt, war aber die ganze Saison nie blütenlos. Diese Sorten sieht man noch entschieden zu selten!

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Pflanzensammeln und andere Sammelleidenschaften

Bernd Franzen am 28. August 2009

abgebildet ist ‘Dee Star’ Richardson 1986, AUS
‘Pink Marshmallow’ x ‘Midnight Sun’

Ulrich Haage hat im Cactusblog interessante Fragen gestellt. Es geht um die Frage, warum Menschen sammeln. Zum Hintergrund verweise ich auf den Beitrag. Die Zukunft von Sammlungen interessiert mich auf ganz verschiedenen Ebenen. Ich denke, das wird irgendwann auch hier auf fuchsia-home ein Thema sein. Hier möchte ich mich auf die Fragen von Ulrich Haage begrenzen.

* Warum sammeln Menschen eigentlich?
Warum Menschen allgemein sammeln vermag ich nicht zu sagen. Mir scheint das Sammeln in die Wiege gelegt zu sein. Ich sammle “schon immer”.

* was bereitet Ihnen daran Freude oder Genugtuung?
Sammeln ist für mich mehr als das Anhäufen von Dingen. Die Freude daran liegt bei mir in der Beschäftigung mit den Dingen. Dem Vergleichen, das Systematisieren. Jedes neue Sammelobjekt bringt neue Erkenntnis, macht das Bild runder. Wenn eine neue Fuchsie kommt, liegt der Reiz vor allem darin herauszufinden, wie diese Pflanze wächst, reagiert und hoffentlich reich und schön blüht. Ich hatte schon so einige Sammlungen. Käfersammlung, ein Herbar, Kakteen und jetzt eben eine nette kleine Fuchsiensammlung. Gemeinsam ist diesen Sammlungen immer, dass es Naturaliensammlungen sind. Vermutlich werde ich nie im Leben Porzellanengel oder Abziehbilder sammeln. Die reizen mich nicht die Bohne.

DeeStar* welche Dinge beeinflussen unseren Sammeltrieb?
Auf jeden Fall nicht das Streben nach Vollständigkeit. Mein Sammeln hat wenig mit einem Streben nach Vollständigkeit zu tun. Das unterscheidet mein Sammeln ganz deutlich von anderen Sammlern, die z.B. ihre Briefmarkenserie vollständig haben wollen … koste es was es wolle. Das liegt schon in der Natur der Sache. 19.000 Namen von Fuchsiensorten umfasst die Datensammlung von Willi Grund (auf der Homepage stehen noch 14.000 Sorten, das ist längst überholt). Hier nach Vollständigkeit zu streben ist völlig unmöglich. Meine Möglichkeiten zu Überwintern lassen im Moment vielleicht 150 Sorten zu. Da kann man immer nur einen Ausschnitt besitzen.

* warum können wir meist nicht aufhören zu sammeln?
… ich kann jederzeit aufhören. Das ist nicht so sehr die Ausrede eines Suchtkranken, sondern tatsächlich so. Meine Sammelleidenschaften wechseln gelegentlich und ich musste mich im Laufe der Jahre von mehreren Sammlungen trennen. Teils aus sachlichen Gründen, teils weil aus äußeren Gründen eine Trennung von der Sammlung notwendig wurde. Auch eine Weiterentwicklung von Interessen findet statt. Wenn diese mit alten Interessen kollidieren, muss man sich gelegentlich entscheiden. Für die alte oder für die neue Sammelleidenschaft. Hier muss man sich dann entscheiden, was aus der aufgegebenen Sammlung wird.

* wie kann man die Gefühle beschreiben, wenn man eine lang ersehnten Neuerwerbung in den Händen hält?
Jedes neue Sammlungsobjekt bringt einen neuen Aufschwung.

* ändern sich die Empfindungen und die Motivation, wenn man schon länger sammelt – bekommt man mehr Abstand, geht es irgendwann weniger um das Objekt (die Pflanze), sondern um Kontakt oder anderes?
Die Tätigkeit des Sammelns bringt einen auch in Kontakt mit anderen Menschen. Wir leben immer auch als soziale Wesen. Kaufen, tauschen, mit anderen austauschen bringt neue Beziehungen. Das ist fast unvermeidbar oder man geht ins stille Kämmerlein. Diese sozialen Kontakte sind bei mir auch starke Motivatoren. Ohne diesen Antrieb wäre ich vermutlich im Moment nicht ganz so aktiv bei den Fuchsien.

Es entwickelt mit der Beschäftigung mehr Sachverstand – so hoffe ich jedenfalls. Das verändert tatsächlich den Umgang mit den Pflanzen. Man wird sicherer, in bestimmter Hinsicht auch abgeklärter. Die Erkenntnis die sich ergibt wird wichtiger als der Besitz einer ganz bestimmten Sorte.

Der Kern bleibt aber die Beschäftigung mit der Pflanze, bei mir der Fuchsie. Das macht mir die meiste Freude. In der Beschäftigung mit den Pflanzen finde ich sogar ein meditatives Element, das mir hilft den oft genug stressigen Alltag besser zu bewältigen.

* wie sind wir eigentlich dazu gekommen zu sammeln?
s.o. ;-)

Das es ausgerechnet Fuchsien sind war ein Zufall. Als ich die Möglichkeit zur Gartennutzung bekam, war der Garten schattig. Fuchsien wurden mir empfohlen. Dann kam die erste, die zweite, die dritte … jede schöner als die andere. Heute habe ich zu wenig Plätze außerhalb der Prallsonne.

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Dumme Knipse – und der Takt des Gärtnerns

Bernd Franzen am 27. August 2009

Hibiscus 12915Heute ist hier möglicherweise einer der letzten echten Sommertage. Vor allem die Hibiscus, allen voran ein wunderschöner weißer Hibiscus moscheutos (Sumpfeibisch) mit der ersten Blüte bei mir überhaupt, zeigen sich heute vielleicht das letzte Mal im Jahr in absoluter Hochform. Da die Hibiskusblüten schon im Laufe des Tages ihre absolute Frische verlieren, habe ich heute morgen schon früh fotografiert. Und weil es so schön war auch noch eine Reihe von hellen Fuchsien, deren Blüten ebenfalls morgens am schönsten anzusehen sind.

Eben in der Mittagspause wollte ich dann die Bilder auf den Rechner spielen. Keine Speicherkarte in der Kamera! Warum warnt mich die Knipse eigentlich nicht?

Auch wenn ich jetzt keine herzeigbaren Fotos von heute habe (die gezeigten Bilder sind aus dem “Archiv”). Mir hat das morgendliche Fotografieren großen Spass gemacht und die Freude beim Ansehen der Blüten und Pflanzen kann mir auch keiner nehmen.

Die Zeit, die ich heute mittag mit dem Sortieren und Sichten der Bilder verbracht hätte, habe ich genutzt mal bei alten Blogbekanntschaften vorbei zu sehen. Und wie es der Zufall(?) so will hat Claudia Klinger heute in einem Beitrag (Zwischen Echtzeit-Web und Altweibersommer) darauf hingewiesen was Garten in einer Lebenswirklichkeit vollgestopft mit Ablenkungen nicht nur in den virtuellen Welten bedeuten kann. Erdung, Zeit zu verarbeiten und das alles ohne ständig Neues zu tun.

Colchicum 12942Der Garten hat etwas beruhigendes. Bei allem Formen, Jäten, Gestalten und Beeinflussen was man im Garten zwangsläufig macht, so bleibt er immer auch unbeeinflussbar. Der Garten gibt die Möglichkeiten vor und auch den Takt. Eine Pflanze blüht, wenn sie reif dafür ist, nicht früher. Mit Dünger und vielerlei Tricks kann man versuchen den Takt zu verändern, aber trotzdem bleibt der Takt. Wenn man gärtnert bekommt man ein Gefühl dafür, was “richtig” ist. Die Jahreszeit ist an den Pflanzen erkennbar, die wachsen und blühen. So wie die Tage die Herbstzeitlose das Ende des Sommers eingeläutet hat.

Da, wo Claudia ihre Zeit findet die Informationsflut und die Eindrücke zu verarbeiten, finde ich im Garten einen unbestechlichen Taktgeber, der mir immer wieder zeigen will, was der richtige Takt ist. Und noch mehr. Der Garten ist mir ein Ort, der mir immer wieder kleine und auch große Glücksmomente vermittelt. Hier fällt die Verbissenheit mit der ich gelegentlich dazu neige, die Dinge in die Hand zu nehmen ab. Der Garten belohnt mit Glück und leitet gleichzeitig dazu an zurück zu treten um die Dinge zu betrachten oder ganz im Gegenteil dazu heranzutreten und die Dinge von nahe zu betrachten. Ganz wie es die Situation erfordert. Es gibt hier nie nur einen Punkt von dem man die Dinge betrachten muss.

Machen lassen! Der Garten kennt den Takt und an mir liegt es, ihn aufzunehmen.

Was bedeuten da schon Bilder die nicht gemacht wurden? Irgendwann kommt schon eine Gelegenheit auch die Hibiskus bei ihrem Blütenhöhepunkt zu fotografieren. Dann, wenn die Zeit wieder dafür richtig ist.

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‘Waldis Isabel’

Bernd Franzen am 27. August 2009

‘Waldis Isabel’ Dietrich 2001, D

Waldis-Isabel 12927Ich kann nicht leugnen, dass ich eine gewisse Schwäche für die Sorten der Züchterin Dietrich habe, siehe auch die kürzlich gepostete ‘Waldis Sofie’. In aller Regel kennt man von diese Sorten zwar nicht die Abstammung, aber sie sind weit überwiegend gut ausgesuchte und alltagstaugliche Fuchsien.

Bei ‘Waldis Isabel’ kommt neben der Alltagstauglichkeit noch mehr hinzu. Sie leuchtet geradezu durch den Garten. Die roten Markierungen erhalten durch den weissen Untergrund eine Kraft, die verblüffen kann. Wie der überwiegende Bestand in diesem Jahr ist es ein diesjähriger Steckling. Die Praxiserprobung der Überwinterung steht noch aus. Bis jetzt zeigt sich die Pflanze aber robust und unproblematisch.

Die Blüten stehen übrigens leicht ab und stehen so meist etwas über dem Laub. Sie verstecken sich so nicht im Grün der Pflanze, was die Wirkung noch verstärkt. Die extrem Fernwirkung wie bei den sehr stark aufstehenden Blüten wie bei ‘Bon Accord’ wird trotzdem nicht erreicht. Bei ‘Waldis Isabel’ herrscht trotz der Himbeerfarbe (hier im Rheinland würde man Klümpchenfarbe; Klümpchen = Bonbon) immer noch eine gewisse Zurückhaltung vor, was dem Gesamteindruck sehr zugute kommt.

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‘Bon Accord’

Bernd Franzen am 26. August 2009

‘Bon Accord’ Crousse, 1861, F

Bon-Accord 12872

‘Bon Accord’, gelegentlich, z.B. auch in der Fuchsiengalerie, findet man auch die Schreibweise ‘Bon Accorde’, ist eine richtig “alte” Züchtung von Crousse, 1861, F.

Hier trat erstmals ein Merkmal auf, das erst später verstärkt in die Züchtung von Fuchsien eingebracht wurde. Nämlich die nach oben gestreckten Blüten. ‘Bon Accord’ ist sozusagen die Urmutter dieser Richtung. Die Pflanze habe ich in der ersten Saison und ich hoffe, dass sie mit meinen Winterbedingungen zurecht kommen wird, denn eine große Pflanze dieser Sorte dürfte traumhaft aussehen.

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‘Liza’

Bernd Franzen am 25. August 2009

Liza 12897Früher oder später hat jeder solche Fuchsien in der Sammlung. Man hat sie mit einem Namen bekommen,der sich dann später nicht mehr auflösen lässt. So steht bei mir unter dem Namen ‘Liza’ seit vielen Jahren eine unverwüstliche “rot-blaue” Fuchsie. In meinen Listen führe ich sie schon seit mindestens 10 Jahren und damit ist sie meine älteste Fuchsie (mein Bestand war bislang selten von langer Dauer).

Leider bleiben Züchter und “Abstammung” unklar. Normalerweise werden solche Fuchsien bei mir aussortiert, denn mir machen normalerweise nur Pflanzen wirklich Spass, über die ich mehr als nur den Namen herausfinden kann.

Liza 12898Wenn es dann noch eine ganz normale “rot-blaue” mit zumindest in der Blüten keine echten Alleinstellungsmerkmale ist, muss sie schon etwas haben, was sie kulturwürdig macht. Hat sie auch: Unverwüstlichkeit und in normalen Jahren auch gepaart mit großer Reichblütigkeit.

Von Reichblütigkeit kann allerdings in diesem Jahr keine Rede sein. Ganz im Gegenteil. ‘Liza’ zeigt sich 2009 von der zickigen Seite. In Wahrheit sind das nämlich die einzigen Blüten, die das etwa ein Meter hohe Bäumchen im Moment trägt. Die ungünstige Überwinterung nach dem kalten Winter hat die Pflanze stark zurückgeworfen und erst jetzt, Ende August bildet sie reichlich Knospen. Mit Vollblüte kann aber erst am Ende der Saison gerechnet werden.

Dafür bauen die Pflanzen recht gut auf. Das jetzige Bäumchen hat in diesem Jahr von unten anfangen müssen. Der Habitus ist also in einer einzigen Saison entstanden. Ich bin jedenfalls schon mal auf die Vollblüte gespannt.

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‘Waldis Sofie’

Bernd Franzen am 24. August 2009

Fuchsiensorten gibt es wie Sand am Meer, etwa 19.000 Namen sind im Umlauf. Die Zahl der Züchter ist allerdings deutlich geringer und von den züchtenden Fuchsienliebhabern gibt es nur wenige, die wirklich gute Fuchsien in Umlauf gebracht haben, die sich lange im Angebot der Handelsgärtnereien halten.

Unter den “Neu(eren) Deutschen Fuchsien” trifft man immer wieder auf Fuchsien, die von Frau Dietrich ausgesucht wurden. Viele fangen mit dem Kürzel “Waldi” an (Waltraut Dietrich) und ich hatte in den lezten Jahren immer wieder solche “Waldis” in Pflege. Aktuell sind es nicht ganz sooo viele, aber die Neugierde auf die Waldis ist geblieben. Darum stelle ich hier ‘Waldis Sofie’ vor.

Waldis Sofie

Waldis Sofie

Der Steckling ist jung und er blüht jetzt erstmals … und wird schon angeknabbert. Wer auch immer dieses Fraßbild macht … das Löchlein ist schön rund ;-)

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