Archiv für die Kategorie 'Fuchsiensorten'

Torville and Dean

Jutta am 27. Dezember 2009

Züchter: R. Pacey, GB, 1985, NKF 2153

Torville an Dean, diese Namen verknüpft man sofort mit Maurice Ravels Bolero, den sie bei den Winterspielen in Sarajevo 1984 so grandios in ihrer Kür tanzten und dafür neunmal die Idealnote 6,0 erhielten.
Von R.Pacey, der eine seiner Fuchsien 1985 nach diesem britischen Eistanzpaar benannte, sind noch viele schöne Fuchsien bekannt, wie z.B. Bobs Best, Gypsy Girl, Carla Johnston, City of Leicester, Spring of Pearls.

Torville and Dean
Torville and Dean bekam ich vor etlichen Jahren aus der Gärtnerei Heinke, Dortmund. Obwohl mich mehr die kleineren, wächsernen Blüten begeistern, möchte ich diese Fuchsie nicht missen wollen. Torville an Dean wächst nicht sehr hoch und eher langsam, man zieht sie am besten als Busch. Trotz des eher mäßigen Wachstums schiebt sie unaufhörlich ihre großen, wunderschön gleichmäßig geformten weißen Blüten mit der schönen rosa Aderung hervor, die von langer Haltbarkeit und weder sonnen- noch regenempfindlich sind. Ungeziefer scheint die Fuchsie zu meiden, Rostbefall udgl.konnte ich in den letzten Jahren nicht feststellen. Auch überwintert sie sicher und treibt im Frühjahr gut aus.
Eine rundum-sorglos Fuchsie.

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Galadriel

Jutta am 20. Dezember 2009

Züchter: De Graaff, 1982, NL, NKF:1286, AFS:1856
Eltern: ‘Mephisto’ x ‘Countess of Aberdeen’
Schöne Eltern und ein noch schöneres Kind. Mit Galadriel ist De Graaff eine wunderschöne Züchtung gelungen.
Galadriel
Die zierlichen elfenartigen festen Blütchen sind von wächserner Substanz, die Pflanze symetrisch aufgebaut. Die Blüten werden seitwärts/aufwärts getragen und stehen gut sichtbar über dem gezackten Laub.
Galadriel brauch einen geschützten Standort um gut zu blühen. Leider ist sie etwas rostanfällig, man sollte dies immer im Blick haben.
Und da es mir die Blüten sehr angetan haben – vor allem die rahmweißen Sepalen mit den kirschroten Flecken und grünen Spitzen – die Augen und das Kreuz aber im Alter auch nicht mehr das sind, was sie früher waren, hab ich mich mal daran gemacht und für meine Bedürfnisse die Fuchsie etwas umgezüchtet. Das Ergebnis sind Hänger mit etwas größeren Blüten – und bis jetzt ohne Rostbefall.
Fuchsiensämling 2
Den Vater kennt ihr jetzt, die Mutter aber bleibt mein Geheimnis………..Fuchsiensämling

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Major Heaphy

Jutta am 9. Dezember 2009

Niederholzer, USA, 1941, NKF 1593
Major Charles Heaphy (1820-1881), ein angesehenen Forscher und Entdecker, Träger höchster militärischer Auszeichnungen, würde sicher wohlwollend auf diese wunderschöne Fuchsie blicken, die nach ihm benannt wurde.
Eine prächtige Fuchsie – ganz nach meinem Geschmack. Klare Formen, klare Farben.
Die einfachen Blüten, die Sepalen, orange mit cremeweiß und grünen Spitzen, dazu die ziegelrote Korolle, leuchten durch den Garten, fallen auf. Das mittelgrüne, gesägte Blatt unterstützt die Wirkung der regenfesten Blüten. Der Wuchs ist aufrecht und gut verzweigt. Sie mag das gefilterte Licht und ausreichend Luftfeuchtigkeit. Einer abendlichen Dusche ist die Schöne nicht abgeneigt, das schadet auch nicht ihren Blüten, sie strahlen danach umso leuchtender. Major Heaphy

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‘Aunti Kit’

Jutta am 26. November 2009

‘Aunti Kit’ R. Holmes, 1997, GB, NKF 3647, AFS 3657

Da liegt “Frau” gemütlich auf der Couch, blättert gelangweilt in einem Fuchsienbuch……und ist plötzlich hellwach:

Aunti Kit, a prolific flowering cultivar, an excellent plant for use in hanging containers!
Da gabs nur eines: Haben muß!!!!
Aunti Kit

Es dauerte dann doch ein dreiviertel Jahr, ehe ich diese kleine Schönheit in Händen hielt. Vorsorglich wurde sie in den Kirschbaum gehängt, und was passierte? Die Blüten verloren alle Farbe und die Enttäuschung war groß. Brauch sie mehr Sonne? Im nächsten Jahr der Härtetest, entweder oder.  Jetzt hing sie im Rosenbogen, ungeschützt der Sonne und der Witterung ausgesetzt und sie legte los. Der Aufbau war -ohne zu entspitzen – perfekt, hunderte der kleinen, festen, fast wächsernen roten Blüten leuchteten durch den Garten. In einer Saison war eine 30cm Ampel gefüllt. Wind, Regen, Gewitter, Sonne – kein Problem. Die Blüten blieben perfekt und unversehrt, ja sie leuchteten nach einem kräftigen Regenguß umso strahlender.

Eine prachtvolle Pflanze. Mit einem Nachteil: will man alle Fruchtknoten entfernen, brauch man Zeit. Am besten stellt man die Pflanze neben sich und plaudert ein Stündchen mit einer lieben Freundin, notfalls am Telefon und knipst dabei die Fruchtknoten ab…….

Könnte man so eine Pflanze noch verbessern? Vielleicht wenn man sie mit einem feuerroten Teufelchen schmückt, denn sie ist höllisch gut.
Aunti Kit

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‘Straat Napier’

Bernd Franzen am 10. September 2009

‘Straat Napier’ de Boer 1997, NL
(‘Rose of Castille’ x ‘Lady Boothby’) x ‘Whiteknight`s Amethyst’

'Straat Napier'
‘Straat Napier’ ist eine Fuchsienzüchtung des Niederländers de Boer und wie viele seiner Züchtungen ist es eine sehr gefällige kleinblütige Auslese. Wenn die Sorte nicht zu sonnig steht, wird sie sehr schön.
Sie gilt als bedingt winterhart. Eine Aussage, die im Hinblick auf die Eltern etwas fragwürdig ist. ‘Lady Boothby’ ist tatsächlich ziemlich hart, die anderen Elternteile allerdings nicht. Was zählt ist die Praxis. Bei mir im milden Köln ist sie im Freiland jedenfalls ausgewintert. Trotzdem, es kann ein Versuch wert sein.
Die Blüte ist leider nicht überreich, dafür sehr edel und für Hinschauer mit Faible für das kleine, feine ist ‘Straat Napier’ eine Empfehlung.

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‘Blaze Away’

Bernd Franzen am 29. August 2009

‘Balze Away’ Sinton 1995, GB
‘Pink La Campanella’ x ‘Dancing Flame’

BlazeAway 0229 1

Bei der Suche nach einer schönen roten Fuchsie bin ich über dieses Bild von ‘Blaze Away’ gestolpert. Das Bild ist von 2003, also nicht gerade tagesfrisch. Ein Hänger mit reicher Blüte dessen Einführungsjahr auf Find That Fuchsia mit 1999 angegeben wird. Die Fuchsiengalerie datiert auf 1995. Auf dem Kontinent – aus Sicht der Briten – ist diese Sorte offensichtlich nicht mehr im Angebot. Jedenfalls kennt der Fuchsienfinder der Fuchsiengalerie keine Bezugsquelle. Seinerzeit hatte ich ‘Blaze Away’ aus der Fuchsiengärtnerei Heinke erhalten, die leider nicht mehr existiert.

Nach meinen Aufzeichnungen war ‘Blaze Away’ eine ausgesprochen reichblütige und wüchsige Fuchsie, die aber nicht über den Winter gekommen ist. Trotzdem stelle ich die Pflanze vor, denn die Kreuzungseltern sind hoch interessant. In der Fuchsienliste von Jo Heltzel wird ‘Pink La Campanella’ über zwanzig mal als Samenpflanze von Kreuzungen genannt und ‘Dancing Flame’ war ca. 70 mal Pollenspender für benannte Sorten bei denen die Eltern bekannt sind. Also bewährte Elternsorten, wobei ‘Dancing Flame’ auch Elternpflanze von ‘Rohees Lesath’ ist.

Wenn Fuchsien aus dem Sortiment verschwinden, dann hat das nicht immer rationale Gründe. Es gibt einfach zu viele Sorten. Da entscheidet oft der Zufall mit, was Bestand hat und was nicht. Diese Kreuzung ist jedenfalls wiederholbar, da die Elternsorten weiterhin im Sortiment sind. Vielleicht liest noch mal jemand eine Sorte mit ähnlicher Färbung aus, der ein längeres Verweilen im Sortiment vergönnt ist. Die Blüten sind jedenfalls beeindruckend.

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‘Rohees Lesath’

Bernd Franzen am 28. August 2009

‘Rohees Lesath’, Roes & Heesakkers 2000, NL
[{'Vobeglo' x ('Foline' x 'Dancing Flame')} x 'Bon Accord'] x ‘Rohees Heza’

Rohees-Lesath 12945

Puhh … wenn man sich die Abstammung von ‘Rohees Lesath’ ansieht, könnte man schon fast andächtig werden. Stammbäume werden auf diesem Blog in Zukunft sicher noch eine größere Rolle spielen.

Von einer Sorte in der Ahnenreihe habe ich auf diesem Blog schon ein Bild geliefert, ‘Bon Accord’, die eine oder andere Sorte wird sicher noch folgen. Aber von eben jener ‘Bon Accord’ stammt die aufrechte Präsentation der Blüten.

‘Rohees Lesath’ hat in diesem Jahr ihren Blütenhöhepunkt relativ früh gehabt und war schon am jungen Steckling völlig von Blüten bedeckt. Jetzt, Ende August rüstet sich diese Sorte zu einem zweiten Blütenhöhepunkt, war aber die ganze Saison nie blütenlos. Diese Sorten sieht man noch entschieden zu selten!

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Pflanzensammeln und andere Sammelleidenschaften

Bernd Franzen am 28. August 2009

abgebildet ist ‘Dee Star’ Richardson 1986, AUS
‘Pink Marshmallow’ x ‘Midnight Sun’

Ulrich Haage hat im Cactusblog interessante Fragen gestellt. Es geht um die Frage, warum Menschen sammeln. Zum Hintergrund verweise ich auf den Beitrag. Die Zukunft von Sammlungen interessiert mich auf ganz verschiedenen Ebenen. Ich denke, das wird irgendwann auch hier auf fuchsia-home ein Thema sein. Hier möchte ich mich auf die Fragen von Ulrich Haage begrenzen.

* Warum sammeln Menschen eigentlich?
Warum Menschen allgemein sammeln vermag ich nicht zu sagen. Mir scheint das Sammeln in die Wiege gelegt zu sein. Ich sammle “schon immer”.

* was bereitet Ihnen daran Freude oder Genugtuung?
Sammeln ist für mich mehr als das Anhäufen von Dingen. Die Freude daran liegt bei mir in der Beschäftigung mit den Dingen. Dem Vergleichen, das Systematisieren. Jedes neue Sammelobjekt bringt neue Erkenntnis, macht das Bild runder. Wenn eine neue Fuchsie kommt, liegt der Reiz vor allem darin herauszufinden, wie diese Pflanze wächst, reagiert und hoffentlich reich und schön blüht. Ich hatte schon so einige Sammlungen. Käfersammlung, ein Herbar, Kakteen und jetzt eben eine nette kleine Fuchsiensammlung. Gemeinsam ist diesen Sammlungen immer, dass es Naturaliensammlungen sind. Vermutlich werde ich nie im Leben Porzellanengel oder Abziehbilder sammeln. Die reizen mich nicht die Bohne.

DeeStar* welche Dinge beeinflussen unseren Sammeltrieb?
Auf jeden Fall nicht das Streben nach Vollständigkeit. Mein Sammeln hat wenig mit einem Streben nach Vollständigkeit zu tun. Das unterscheidet mein Sammeln ganz deutlich von anderen Sammlern, die z.B. ihre Briefmarkenserie vollständig haben wollen … koste es was es wolle. Das liegt schon in der Natur der Sache. 19.000 Namen von Fuchsiensorten umfasst die Datensammlung von Willi Grund (auf der Homepage stehen noch 14.000 Sorten, das ist längst überholt). Hier nach Vollständigkeit zu streben ist völlig unmöglich. Meine Möglichkeiten zu Überwintern lassen im Moment vielleicht 150 Sorten zu. Da kann man immer nur einen Ausschnitt besitzen.

* warum können wir meist nicht aufhören zu sammeln?
… ich kann jederzeit aufhören. Das ist nicht so sehr die Ausrede eines Suchtkranken, sondern tatsächlich so. Meine Sammelleidenschaften wechseln gelegentlich und ich musste mich im Laufe der Jahre von mehreren Sammlungen trennen. Teils aus sachlichen Gründen, teils weil aus äußeren Gründen eine Trennung von der Sammlung notwendig wurde. Auch eine Weiterentwicklung von Interessen findet statt. Wenn diese mit alten Interessen kollidieren, muss man sich gelegentlich entscheiden. Für die alte oder für die neue Sammelleidenschaft. Hier muss man sich dann entscheiden, was aus der aufgegebenen Sammlung wird.

* wie kann man die Gefühle beschreiben, wenn man eine lang ersehnten Neuerwerbung in den Händen hält?
Jedes neue Sammlungsobjekt bringt einen neuen Aufschwung.

* ändern sich die Empfindungen und die Motivation, wenn man schon länger sammelt – bekommt man mehr Abstand, geht es irgendwann weniger um das Objekt (die Pflanze), sondern um Kontakt oder anderes?
Die Tätigkeit des Sammelns bringt einen auch in Kontakt mit anderen Menschen. Wir leben immer auch als soziale Wesen. Kaufen, tauschen, mit anderen austauschen bringt neue Beziehungen. Das ist fast unvermeidbar oder man geht ins stille Kämmerlein. Diese sozialen Kontakte sind bei mir auch starke Motivatoren. Ohne diesen Antrieb wäre ich vermutlich im Moment nicht ganz so aktiv bei den Fuchsien.

Es entwickelt mit der Beschäftigung mehr Sachverstand – so hoffe ich jedenfalls. Das verändert tatsächlich den Umgang mit den Pflanzen. Man wird sicherer, in bestimmter Hinsicht auch abgeklärter. Die Erkenntnis die sich ergibt wird wichtiger als der Besitz einer ganz bestimmten Sorte.

Der Kern bleibt aber die Beschäftigung mit der Pflanze, bei mir der Fuchsie. Das macht mir die meiste Freude. In der Beschäftigung mit den Pflanzen finde ich sogar ein meditatives Element, das mir hilft den oft genug stressigen Alltag besser zu bewältigen.

* wie sind wir eigentlich dazu gekommen zu sammeln?
s.o. ;-)

Das es ausgerechnet Fuchsien sind war ein Zufall. Als ich die Möglichkeit zur Gartennutzung bekam, war der Garten schattig. Fuchsien wurden mir empfohlen. Dann kam die erste, die zweite, die dritte … jede schöner als die andere. Heute habe ich zu wenig Plätze außerhalb der Prallsonne.

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