Archiv für die Kategorie 'Gartenthemen'

Ein Garten ohne Phlox ist ein Irrtum…..

Jutta am 28. Juli 2011

sprach der große Karl Förster.
Für mich ist ein Garten ohne Dahlien ein Irrtum. Viele scheuen sich vor dem Ein- und Ausgraben der Knollen, haben Sorgen wg. der Schnecken.
Papperlapapp, alles eine kleine Mühe, die in keinem Verhältnis zu dem Blütenreichtum und der Farbenpracht der Dahlien steht. Hier ist für jeden was zu finden, angefangen von den kleinen Dahlien für den Beetrand oder den Balkonkasten bis hin zu den hohen Schmuckdahlien. Treibt man die Knollen vor, hat man erstens wenig Probleme mit den Schnecken, denn die Pflanzen wachsen diesen Vielfraßen einfach davon und zweitens eine frühe Blüte von Mitte Juni bis zum ersten stärken Frost.
Meine Lieblinge sind im Moment
Pooh

und Lady Darlene

Viele weitere Informationen findet man hier:

http://www.ddfgg.de/Dahlien/start_dahlien.php5

und auf der wunderschönen Homepage von Elke Crocoll http://www.crocoll.net/Dahlien/

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Granatäpfel – Punica granatum ‘Nana’

Bernd Franzen am 1. September 2009

Punica granatum 'Nana'

Vor ca. 15 Jahren habe ich Granatäpfel ausgesät. Jene Tütchen, die mit dem Sortennamen ‘Nana’ werben. Inzwischen sind das kleine, knapp meterhohe Sträucher. Der Sortennamen ‘Nana’ erfüllen somit beide Pflanzen, die ich im Laufe der Zeit behalten habe. Langsam kommen sie in ein spannendes Alter und gewinnen eine gewisse Korrigkeit. Ansonsten haben die beiden Pflanzen deutlich unterschiedliche Eigenschaften.

Der erste Strauch ist etwas wuchsschwächer und blüht in normalen Jahren in zwei Schüben sehr reich. Dazwischen liegt eine ausgeprägte Blühpause, in der kaum Blüten an der Pflanze sind. Die Früchte werden nicht sehr groß und sind auch nicht dauerhaft, sondern fallen nach wenigen Wochen ab. In diesem Jahr hat der Strauch ungünstig überwintert und hat gerade seine erste Blühphase hinter sich gebracht. Fast hätte ich ihn im Frühjahr aufgegeben. Erst in der zweite Junihälfte hat er ausgetrieben.
Punica granatum 'Nana'

Der zweite Strauch ist etwas wuchskräftiger und blüht etwas später. In den meisten Jahren erwischt er die Blühpause seines kleineren Kollegen, war aber in diesem Sommer der einsame Wächter neben einem in der ersten Phase des Sommers blütenverweigernden Strauches. Insgesamt blüht diese Pflanze kontinuierlicher durch, auch wenn nicht ganz so zahlreich. Er macht stark verholzende Früchte, die lange im Strauch hängen bleiben. Wenn die Herbststürme noch ein paar übrig lassen, hänge diese Früchte noch im Frühjahr am kahlen Strauch. Das lässt diesen Naturbonsaia noch etwas interessanter aussehen.

Beide Pflanzen haben übrigens beim letzten harten Winter an die Hauswand gerückt mit nur leichtem Winterschutz (Plane) überlebt. Sie sind also sehr hart im Nehmen.

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Pflanzensammeln und andere Sammelleidenschaften

Bernd Franzen am 28. August 2009

abgebildet ist ‘Dee Star’ Richardson 1986, AUS
‘Pink Marshmallow’ x ‘Midnight Sun’

Ulrich Haage hat im Cactusblog interessante Fragen gestellt. Es geht um die Frage, warum Menschen sammeln. Zum Hintergrund verweise ich auf den Beitrag. Die Zukunft von Sammlungen interessiert mich auf ganz verschiedenen Ebenen. Ich denke, das wird irgendwann auch hier auf fuchsia-home ein Thema sein. Hier möchte ich mich auf die Fragen von Ulrich Haage begrenzen.

* Warum sammeln Menschen eigentlich?
Warum Menschen allgemein sammeln vermag ich nicht zu sagen. Mir scheint das Sammeln in die Wiege gelegt zu sein. Ich sammle “schon immer”.

* was bereitet Ihnen daran Freude oder Genugtuung?
Sammeln ist für mich mehr als das Anhäufen von Dingen. Die Freude daran liegt bei mir in der Beschäftigung mit den Dingen. Dem Vergleichen, das Systematisieren. Jedes neue Sammelobjekt bringt neue Erkenntnis, macht das Bild runder. Wenn eine neue Fuchsie kommt, liegt der Reiz vor allem darin herauszufinden, wie diese Pflanze wächst, reagiert und hoffentlich reich und schön blüht. Ich hatte schon so einige Sammlungen. Käfersammlung, ein Herbar, Kakteen und jetzt eben eine nette kleine Fuchsiensammlung. Gemeinsam ist diesen Sammlungen immer, dass es Naturaliensammlungen sind. Vermutlich werde ich nie im Leben Porzellanengel oder Abziehbilder sammeln. Die reizen mich nicht die Bohne.

DeeStar* welche Dinge beeinflussen unseren Sammeltrieb?
Auf jeden Fall nicht das Streben nach Vollständigkeit. Mein Sammeln hat wenig mit einem Streben nach Vollständigkeit zu tun. Das unterscheidet mein Sammeln ganz deutlich von anderen Sammlern, die z.B. ihre Briefmarkenserie vollständig haben wollen … koste es was es wolle. Das liegt schon in der Natur der Sache. 19.000 Namen von Fuchsiensorten umfasst die Datensammlung von Willi Grund (auf der Homepage stehen noch 14.000 Sorten, das ist längst überholt). Hier nach Vollständigkeit zu streben ist völlig unmöglich. Meine Möglichkeiten zu Überwintern lassen im Moment vielleicht 150 Sorten zu. Da kann man immer nur einen Ausschnitt besitzen.

* warum können wir meist nicht aufhören zu sammeln?
… ich kann jederzeit aufhören. Das ist nicht so sehr die Ausrede eines Suchtkranken, sondern tatsächlich so. Meine Sammelleidenschaften wechseln gelegentlich und ich musste mich im Laufe der Jahre von mehreren Sammlungen trennen. Teils aus sachlichen Gründen, teils weil aus äußeren Gründen eine Trennung von der Sammlung notwendig wurde. Auch eine Weiterentwicklung von Interessen findet statt. Wenn diese mit alten Interessen kollidieren, muss man sich gelegentlich entscheiden. Für die alte oder für die neue Sammelleidenschaft. Hier muss man sich dann entscheiden, was aus der aufgegebenen Sammlung wird.

* wie kann man die Gefühle beschreiben, wenn man eine lang ersehnten Neuerwerbung in den Händen hält?
Jedes neue Sammlungsobjekt bringt einen neuen Aufschwung.

* ändern sich die Empfindungen und die Motivation, wenn man schon länger sammelt – bekommt man mehr Abstand, geht es irgendwann weniger um das Objekt (die Pflanze), sondern um Kontakt oder anderes?
Die Tätigkeit des Sammelns bringt einen auch in Kontakt mit anderen Menschen. Wir leben immer auch als soziale Wesen. Kaufen, tauschen, mit anderen austauschen bringt neue Beziehungen. Das ist fast unvermeidbar oder man geht ins stille Kämmerlein. Diese sozialen Kontakte sind bei mir auch starke Motivatoren. Ohne diesen Antrieb wäre ich vermutlich im Moment nicht ganz so aktiv bei den Fuchsien.

Es entwickelt mit der Beschäftigung mehr Sachverstand – so hoffe ich jedenfalls. Das verändert tatsächlich den Umgang mit den Pflanzen. Man wird sicherer, in bestimmter Hinsicht auch abgeklärter. Die Erkenntnis die sich ergibt wird wichtiger als der Besitz einer ganz bestimmten Sorte.

Der Kern bleibt aber die Beschäftigung mit der Pflanze, bei mir der Fuchsie. Das macht mir die meiste Freude. In der Beschäftigung mit den Pflanzen finde ich sogar ein meditatives Element, das mir hilft den oft genug stressigen Alltag besser zu bewältigen.

* wie sind wir eigentlich dazu gekommen zu sammeln?
s.o. ;-)

Das es ausgerechnet Fuchsien sind war ein Zufall. Als ich die Möglichkeit zur Gartennutzung bekam, war der Garten schattig. Fuchsien wurden mir empfohlen. Dann kam die erste, die zweite, die dritte … jede schöner als die andere. Heute habe ich zu wenig Plätze außerhalb der Prallsonne.

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Dumme Knipse – und der Takt des Gärtnerns

Bernd Franzen am 27. August 2009

Hibiscus 12915Heute ist hier möglicherweise einer der letzten echten Sommertage. Vor allem die Hibiscus, allen voran ein wunderschöner weißer Hibiscus moscheutos (Sumpfeibisch) mit der ersten Blüte bei mir überhaupt, zeigen sich heute vielleicht das letzte Mal im Jahr in absoluter Hochform. Da die Hibiskusblüten schon im Laufe des Tages ihre absolute Frische verlieren, habe ich heute morgen schon früh fotografiert. Und weil es so schön war auch noch eine Reihe von hellen Fuchsien, deren Blüten ebenfalls morgens am schönsten anzusehen sind.

Eben in der Mittagspause wollte ich dann die Bilder auf den Rechner spielen. Keine Speicherkarte in der Kamera! Warum warnt mich die Knipse eigentlich nicht?

Auch wenn ich jetzt keine herzeigbaren Fotos von heute habe (die gezeigten Bilder sind aus dem “Archiv”). Mir hat das morgendliche Fotografieren großen Spass gemacht und die Freude beim Ansehen der Blüten und Pflanzen kann mir auch keiner nehmen.

Die Zeit, die ich heute mittag mit dem Sortieren und Sichten der Bilder verbracht hätte, habe ich genutzt mal bei alten Blogbekanntschaften vorbei zu sehen. Und wie es der Zufall(?) so will hat Claudia Klinger heute in einem Beitrag (Zwischen Echtzeit-Web und Altweibersommer) darauf hingewiesen was Garten in einer Lebenswirklichkeit vollgestopft mit Ablenkungen nicht nur in den virtuellen Welten bedeuten kann. Erdung, Zeit zu verarbeiten und das alles ohne ständig Neues zu tun.

Colchicum 12942Der Garten hat etwas beruhigendes. Bei allem Formen, Jäten, Gestalten und Beeinflussen was man im Garten zwangsläufig macht, so bleibt er immer auch unbeeinflussbar. Der Garten gibt die Möglichkeiten vor und auch den Takt. Eine Pflanze blüht, wenn sie reif dafür ist, nicht früher. Mit Dünger und vielerlei Tricks kann man versuchen den Takt zu verändern, aber trotzdem bleibt der Takt. Wenn man gärtnert bekommt man ein Gefühl dafür, was “richtig” ist. Die Jahreszeit ist an den Pflanzen erkennbar, die wachsen und blühen. So wie die Tage die Herbstzeitlose das Ende des Sommers eingeläutet hat.

Da, wo Claudia ihre Zeit findet die Informationsflut und die Eindrücke zu verarbeiten, finde ich im Garten einen unbestechlichen Taktgeber, der mir immer wieder zeigen will, was der richtige Takt ist. Und noch mehr. Der Garten ist mir ein Ort, der mir immer wieder kleine und auch große Glücksmomente vermittelt. Hier fällt die Verbissenheit mit der ich gelegentlich dazu neige, die Dinge in die Hand zu nehmen ab. Der Garten belohnt mit Glück und leitet gleichzeitig dazu an zurück zu treten um die Dinge zu betrachten oder ganz im Gegenteil dazu heranzutreten und die Dinge von nahe zu betrachten. Ganz wie es die Situation erfordert. Es gibt hier nie nur einen Punkt von dem man die Dinge betrachten muss.

Machen lassen! Der Garten kennt den Takt und an mir liegt es, ihn aufzunehmen.

Was bedeuten da schon Bilder die nicht gemacht wurden? Irgendwann kommt schon eine Gelegenheit auch die Hibiskus bei ihrem Blütenhöhepunkt zu fotografieren. Dann, wenn die Zeit wieder dafür richtig ist.

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